Samstag, 21. November 2020
Todsicher
Woher oder Warum diese panische Angst vor dem eigenen Tod oder dem eines geliebten bzw. nahestehenden Menschen, die so offensichtlich in dieser Corona Zeit überall zu Tage tritt.
Wir sterben.
Das ist eine unumstößliche Tatsache.
Nach der Geburt ist dies das nächste todsichere Ereignis.

Scheinbar ist es heute nicht OK. Morgen auch nicht. Übermorgen? Oder nächstes Jahr? Wann? Wann ist der Tod richtig, wann darf er kommen?

Es scheint mir, je weniger ein Mensch lebt, je weniger er aus sich heraus handelt, desto aggressiver die Angst vor dem Tod.
Handlungen werden aufgeschoben, morgen, irgendwann, es bleibt ja Zeit, das „Carpe Diem“ Wand Tattoo reine Dekoration.

Wer macht Euch glauben, dass das was ihr heute nicht könnt, Morgen können sollt?
Wie kommt ihr auf diese Schwachsinnige Idee?

Jetzt oder lasst es, aber tut nicht so als wäre der Tod eine Überraschung…

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Sonntag, 25. Oktober 2020
Karmaschleife
Stell Dir vor Du kommst zur Welt und Deine reinkarnierte Seele ist einen kleinen Moment, die ersten Minuten noch bei vollem Bewusstsein, sieht wo sie sich befindet, den neuen Anfang einer Hölle auf Erden.
Das Schreien und Weinen ist die einzig adäquate Begrüßung die bleibt, außer wir haben es mit einer alten, unzählbar wiedergeborenen Seele zu tun, die den Schmerz zu schätzen weiß und still lächelnd die Herausforderung annimmt.

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Montag, 24. August 2020
Ewige Wiederkehr
Nach etwas mehr als zehn Tagen Unterwegs sein wieder zu Hause.
Bis vor kurzem auch alles ganz OK.
Jetzt frage ich den über mich brechenden Alltag was er denn dauernd von mir will und ob er mich nicht endlich in Ruhe lassen könnte.
So.
Der Tag ist noch am werden, also noch nicht kaputt. Die Pflichten des rechtschaffenen Bürgers lauern an jeder Ecke auf mich und ich stelle mich taub.

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Freitag, 17. Juli 2020
schöpferischer Höhepunkt
Was denke ich beim Schreiben, was ging in meinem Kopf vor bei bestimmten Texten?
Fragen, die mir oft gestellt werden und auf die ein einfaches „Nichts!“ als Antwort von mir bleibt.

Frei nach Albert Camus geht notwendigerweise das bzw. mein Denken dem Schöpferischen voraus. Denken ist quasi mein Dauerzustand, ich denke und denke und dabei die meiste Zeit belangloses oder immer gleiches in unzähligen Variationen.

Aber dieses permanente Denken und mit mir selbst reden ist die notwendige Bedingung für den schöpferischen Akt bei dem ich dann im besten Falle nicht denke und einfach mache.

Etwas esoterisch kann ich sagen, das Universum spricht durch mich.
Ich kann aber auch einfach sagen, die ganze Denkerei ist das Vorspiel für den schöpferischen Orgasmus! *
Schön Gell….

* und wenn ich beim Tun anfange zu denken, dann wird es leider ein vorgetäuschter, den allerdings, wie im echten Leben, die Wenigsten bemerken.

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Sonntag, 17. Mai 2020
Gehirn des Monats
Es gab schon öfter Momente in denen mir alles Geschaffene sinnlos und überflüssig vorkam und mir das Bedürfnis das Ganze zu verbrennen und nie wieder irgendetwas Kreatives auszudrücken als einzige Möglichkeit weiter zu existieren richtig erschien.

Die schiere Bedingungslosigkeit dieser Gedanken und das Wissen, dass es fast jedem großen Künstler mindestens ein mal im Leben genau so erging, ließ mir aber aufgrund der erbarmungslosen Logik und der daraus entstehenden selbst erfüllenden Prophezeiung keine andere Wahl als weiter zumachen...

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Samstag, 9. Mai 2020
Vorsicht zerbrechlich
Das System ist zerbrechlich wie eine ungebrannte Tonschale.
Das ist Alles um was es die letzten Wochen ging.
Klopapier und Erntehelfer ließen unsere Politiker in Fieberträumen zurück und sie mussten entschieden handeln um die eigene Zukunft zu retten.
Jeder ist sich Selbst der Nächste und da Politiker sich nur äußerlich unterscheiden hatten wir einen ganzen Haufen Nächster und Selbiger.

Aus diesem Grund lief es wie eine gut geölte Maschine. Es waren und sind keine offenen Worte nötig, dieser Haufen wurde zu Einem und konnte bzw. kann nur so wieder glücklich Schlafen. Mission accomplished.
Das ist Alles.
Mehr bleibt nicht, mehr wäre das Suchen nach Intelligenz wo es nur um Instinkt und puren Überlebenswillen geht.
Das ist wirklich Alles.

Darum muss jeder Versuch scheitern das politische Handeln in Bezug auf Covid-19 zu erklären. Es hat schlicht und ergreifend nichts damit zu tun. (seit wann kümmert sich die Politik um unser Wohlergehen und unsere Gesundheit?)
Überall auf der Welt.
Fast könnte man glauben eine Höhere Macht oder ein versteckter, tatsächlich intelligenter, Systemlenker im Hintergrund oder was auch immer hat uns gnädigerweise, kurz bevor schlimmeres passieren konnte, Klopapier eingeflüstert und damit mehr Leben gerettet als eine Krankheit jemals hätte kosten können.

Die Masse konnte mit dem Verlust von Klopapier umgehen, keiner kam auf die Idee seinen Nachbarn zu zerfleischen sondern bat ihn leicht verschämt um eines.
Die Politiker hatten Zeit aufzuwachen und ihre Figuren in Stellung zu bringen. Den Rest bezeichne ich schon jetzt als Geschichte.

Vielleicht sollten wir alle froh sein….

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Samstag, 25. Januar 2020
Ficktion
Ich bin ja einer dieser Tausendsassas, die alles hinkriegen und wissen und können, die in diesen Hochglanzfilmen irgendwann zum Helden werden, natürlich zum supersympathischen Helden, der wiederum ganz bescheiden allen Ruhm ablehnt und einfach sein Ding durchziehen will, ein bisschen der dadurch gewonnen finanziellen Unabhängigkeit aber gerne annimmt und damit endlich seine geheimsten Talente ausleben und verfeinern darf.

In der Realität werden diese Menschen jedoch grundsätzlich übersehen, denn sie fallen weder in die eine Richtung noch in die andere irgendwem auf.

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Mittwoch, 15. Januar 2020
Querschläger
Das System mit Mitteln des Systems ändern zu wollen ist ein nahe liegender und vor allem bequemer Weg.
Die Gefahr ist allerdings recht hoch, dass am Ende aus dem ganzen Theater wieder das System extrahiert wurde. Nur mit anderen Gesichtern.
Denn, wie ich schon an andere Stelle sagte:


Leinwand 160x105cm ©Frank Hummel

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Donnerstag, 9. Januar 2020
Angespült
Zu lange auf’s Meer gestarrt
das weggespülte
wurde aufgequollen
und modrig
wieder angespült…


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Montag, 6. Januar 2020
Blender
Aus einer Mail an einen Freund:

"Irgendwie passt der Mensch, der meine Texte schreibt, der meine Kunst macht immer weniger zu dem Menschen, der mit der Welt um mich interagiert, der arbeiten geht und die Nachbarn grüßt. Und ich kann nicht sehen wer der größere Blender von beiden ist."

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